Gedenkstein für ermordeten Gendarmen
Pinggau, Bezirk Hartberg-Fürstenfeld. – Dienstagvormittag, 17. März, wurde an der Wechsel Straße (B54) dem 1943 ermordeten Gendarmen Franz Stachel gedacht und ein Gedenkstein eingeweiht.
Exakt vor 83 Jahren, am 17. März 1943, wurde der damals 45-jährige Gendarmerie-Hauptwachmeister Franz Stachel vom damaligen Gendarmerieposten Friedberg von zwei Männern ermordet. Der Gendarm befand sich auf Fußstreife und wurde von den Tätern niedergeschlagen und mit dessen Gewehr samt Bajonett erstochen und erschossen. Den Tätern gelang die Flucht. Sie dürften in der Folge für mehrere schwere Straftaten, unter anderem Raub und Mord in Niederösterreich verantwortlich gewesen sein. Nach der verfügbaren Aktenlage dürfte es sich bei den Tätern um Männer aus Polen (vermutlich geflüchtete Zwangsarbeiter) gehandelt haben.

Foto: KK
Heute, genau 83 Jahre später, wurde dem Opfer dieses Gewaltverbrechens gedacht. Im Zusammenwirken mit ortsansässigen Personen, dem Land Steiermark und Vereinen, vor allem der Berg- und Naturwacht, wurde ein Gedenkstein samt Gedenktafel an einem Parkplatz an der Wechsel Straße (B54) bei Straßenkilometer 28,0, unweit des damaligen Tatorts errichtet. Dem Festakt wohnten neben zahlreichen Polizistinnen und Polizisten des Bezirkes auch ein Vertreter der Bezirkshauptfrau von Hartberg-Fürstenfeld, Mag. Klaus Ebner, der Bürgermeister der Marktgemeinde Pinggau, Sebastian Wolf, sowie der Exekutivhistoriker des BMI, Dr. Joachim Steinlechner, bei. Auch eine Abordnung des Österreichischen Kameradschaftsbundes nahm teil.
Der Historiker UnivProf iR Dr. Helmut Gebhardt bot einen Auszug aus den damaligen Erhebungsakten dar und sprach von einer „dunklen Zeit“ der Exekutivgeschichte während des 2. Weltkriegs.
In Vertretung von Landespolizeidirektor Gerald Ortner sprach Oberstleutnant Gernot Sattler zwar ebenso von einer „dunklen Zeit“, die allerdings in der Exekutivgeschichte nicht ausgeklammert werden dürfe und damalige Exekutivbeamte, die in Ausübung des Dienstes ihr Leben lassen mussten, ebenfalls vor den Vorhang gebracht und ihres höchsten Opfers gedacht werden sollte.

Foto: KK
Polizeiseelsorger Lukasz Wojtyczka und der örtliche Pfarrer Christoph Grabner nahmen die Einsegnung des Gedenksteines vor. Mit dem „Kameradenlied“ und der Landes- und Bundeshymne wurde die Feier beendet.
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