
ASFINAG-Vorstände Hartwig Hufnagl und Herbert Kasser, Maut-Geschäftsführung Jacqueline Erhart und Bernd Datler und Bau-Geschäftsführer Alexander Walcher und Andreas Fromm Foto: © ASFINAG/Rainer Reitegger
Neue Mautstelle Bosruck ist die dritte „Mautstelle der Zukunft“ der ASFINAG
Nach etwas mehr als eineinhalb Jahren Bauzeit ist der Neubau der Mautstelle Bosruck auf der
A 9 Pyhrnautobahn abgeschlossen. Sowohl die so genannte Mautspange als auch das neue Mautgebäude konnten plangemäß in Betrieb genommen werden.
Die Mautstelle Bosruck ist damit nach der beim Gleinalmtunnel und jener in St. Jakob in Tirol beim Arlbergtunnel die dritte „Mautstelle der Zukunft“ der ASFINAG. In den kommenden Jahren werden auch die weiteren Mautstellen (Karawanken, Tauern und Schönberg auf der A 13 Brennerautobahn) in einem einheitlichen Design und mit Fokus auf Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien neu errichtet.
Seit 1983 ist die Mautstelle beim Bosrucktunnel die Anlaufstelle für täglich bis zu 40.000 Fahrzeuge. Nach so vielen Jahren waren Technik und Infrastruktur veraltet und mussten erneuert werden. Seit September 2024 wurde die Mautstelle von Grund auf neu errichtet und ganz im Sinne der Nachhaltigkeitsstrategie der ASFINAG auch zu einem Vorzeigeprojekt in Sachen nachhaltiges Bauen. Der wesentlichste Baustoff ist Holz, Photovoltaik versorgt den Standort mit grünem Strom, geheizt wird der gesamte Standort künftig über ein Biomasse-Kraftwerk. Basis für das neue Design war ein Architektenwettbewerb für alle Mautstellen in Österreich. Klarerweise wurde nicht nur auf die Optik Wert gelegt: Die Mautstelle Bosruck bietet den Mitarbeitenden ab sofort ein modernes, angenehmes Arbeitsumfeld, die technischen Anlagen sind auf den neuesten Stand und für die Kundinnen und Kunden bringt der Neubau ein deutlich besseres Service.
Wichtig: Unter anderem konnten mehr und breitere Fahrspuren (und zwar von 3,20 auf nunmehr 3,50 Meter) errichtet werden.
asfinag-vorstand Herbert kasser
„Die neue Mautstelle ist modern, technisch auf dem Letztstand, optisch ansprechend und es gibt mehr und vor allem breitere Durchfahrten. Das heißt: Für unsere Kundinnen und Kunden können wir jetzt auch beim Bosruck ein besseres Service bieten. Gleichzeitig bringt die Modernisierung auch für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spürbare Verbesserungen: Die neuen Gebäude bieten zeitgemäße, ergonomische und attraktivere Arbeitsbedingungen, welche die tägliche Arbeit erleichtern. Bei diesem Neubau zeigt sich auch wieder hervorragend, dass Nachhaltigkeit und Autobahnbetrieb kein Widerspruch sein müssen. Die Gebäude sind in Niedrigenergiebauweise errichtet, vieles ist aus Holz und wir haben eine große Photovoltaikanlage, um den eigenen Strombedarf zu decken.“
asfinag-geschäftsführerin jacqueline erhart
„Der Neubau bedeutet auch für unsere Mitarbeitenden eine große Verbesserung. Die Gebäude und Mautkabinen beim Bosruck waren mehr als 40 Jahre alt und entsprachen in vielerlei Hinsicht nicht mehr unseren Ansprüchen. In der neuen Mautstelle haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wärme- und schallgedämmte Mautkabinen und jetzt auch moderne Arbeitsplätze. Dadurch ist es möglich, dass bei einem geringeren Verkehrsaufkommen auch alternative Tätigkeiten durchgeführt werden können.“
asfinag-geschäftsführer Andreas fromm
„Das Baukonzept mit der provisorischen Mautspange hat sich auch bei diesem Neubau bestens bewährt. Erstens, weil sie bei der nächsten Mautstelle in Salzburg weiterverwendet werden kann und zweitens, weil unser Projektteam dadurch alles bei nahezu vollem Betrieb umsetzen konnte. Die Einschränkungen waren so auch für unsere Kundinnen und Kunden kaum spürbar. Stolz können wir auch auf die architektonische Gestaltung sein, die unsere Mautstellen zu einer Top-Visitenkarte für uns und für Österreich macht. “

Foto: © ASFINAG/Rainer Reitegger
Nachhaltig, klimaneutral und moderne Arbeitsplätze
Ziel dieser Investition war es, Mautstellen und Arbeitsplätze entsprechend der ASFINAG-Nachhaltigkeitsstrategie fit für die Zukunft zu machen. Die wesentlichen Neuerungen bei den beiden Mautstellen sind:
- Neubau Gleinalm und Aufstockung Bosruck wurden als Niedrigenergie-Gebäude ausgeführt, Holz ist der wesentliche Baustoff
- Beide Mautstellen haben eine Photovoltaikanlage, die den Eigenbedarf deckt (136 beziehungsweise 96 kWp)
- Die Mautkabinen sind jetzt energie- und schalloptimiert
- Raus aus dem Öl: Das Gebäude beim Gleinalm wird über eine Luft-Wärme-Pumpe, jenes beim Bosruck über ein Biomasseheizwerk (Baubeginn 2027) mit Wärme versorgt
- Die Dachkonstruktionen der neuen Mautspangen sind in Holzbauweise errichtet, beim Bosruck ist auch die Fassade des aufgestockten Bürogebäudes in Holz ausgeführt
- Die Stahlkonstruktion des Provisoriums ist als „Baukastensystem“ geplant. Sie wird mehrmals zerlegt und wieder aufgebaut. Der nächste „Einsatzort“ ist beim Neubau der Mautstelle St. Michael auf der Tauernautobahn.
- Bereits bei der Ausschreibung wurde auf ökologische und soziale Qualitätskriterien besonders großer Wert gelegt: Zertifizierungen in den Bereichen Ökologie- und Umweltstandards sowie Beschäftigung von Lehrlingen wurden zusätzlich positiv bewertet.
Breitere und mehr Spuren, mehr Service für Kundinnen und Kunden
Für die Kundinnen und Kunden bringt der Neubau der Mautspange Bosruck mehrere Vorteile. Die Durchfahrtsspuren sind deutlich breiter und damit komfortabler passierbar. Die Durchfahrtsbreite wurde von 3,20 Meter auf etwa 3,50 Meter vergrößert. In beiden Fahrtrichtungen steht jetzt auch eine Durchfahrtsspur mehr zur Verfügung. In Richtung Süden/Spielfeld sind es jetzt insgesamt sieben, in Richtung Norden/Linz sind es sechs Spuren.
Bei den Spuren mit Mautkabinen ist zusätzlich ein größeres Display montiert, auf dem Kundinnen und Kunden relevante Fahrzeugdaten und vor allem auch die Gültigkeit ihres vorab erworbenen Tickets sowie das Ablaufdatum der Mehrfahrtenkarte sehen können. Auch die neuen seitlichen Gültigkeitsanzeigen für Besitzer von Mehrfahrtenkarten bleiben natürlich bestehen.
Deshalb war der Neubau notwendig
Die beiden Mautstellen Gleinalm und Bosruck sind genauso lange in Betrieb wie die beiden Tunnel Gleinalm und Bosruck. Während die Tunnel eine zweite Röhre bekamen und die alten vor wenigen Jahren generalsaniert wurden, blieben die Mautstellen seit 1978 sowie 1983 zum größten Teil unverändert. Sowohl die Gebäude selbst als auch die eingebaute Technik entsprachen weder dem Stand der Technik noch dem Anspruch der ASFINAG in Sachen Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Ein Neubau, bei dem auch ein österreichweit einheitliches Design umgesetzt werden kann, war daher die optimale und auch günstigere Lösung als umständliche Sanierungen, die keine zufriedenstellende Lösung für die kommenden Jahrzehnte gebracht hätten. Einzige Ausnahme ist das bestehende Bürogebäude Bosruck, in dem auch die Autobahnmeisterei untergebracht ist. Dieses Gebäude wurde ab dem Frühjahr 2025 teilweise saniert und aufgestockt.
Zahlen, Daten, Fakten
Die Frequenzen bei beiden Mautstellen sind beeindruckend: Im Jahr 2025 passierten 8,8 Millionen Pkw und 1,49 Millionen Lkw die Mautstelle Gleinalm und etwa 6,4 Millionen Pkw sowie 1,57 Millionen Lkw jene beim Bosrucktunnel. 2019 waren es noch 7,16 Millionen Pkw bei Gleinalm und 5,4 Millionen Pkw bei Bosruck.
Die beiden Mautstellen auf der A 9 sind dabei vor allem im Sommer Hotspots in Sachen Kundenkontakt. Da werden Spitzenwerte registriert, wie zum Beispiel im August 2024 bei der MotoGP, als 40.400 Fahrzeuge die Mautstelle Gleinalm passierten. Die Notwendigkeit der grünen Durchfahrtsspuren wird besonders deutlich, wenn man die maximale Abfertigungskapazität der normalen Mautspuren betrachtet, bei denen etwa 130 Fahrzeuge pro Stunde passieren können. Bei der grünen Durchfahrtsspur sind das hingegen mehr als 1200 Fahrzeuge pro Stunde.
Durch die beiden Mautstellen ist die ASFINAG auch eine wesentliche Arbeitgeberin in diesen Regionen. Insgesamt sind etwas mehr als 50 Personen bei beiden Mautstellen dauerhaft beschäftigt, der Großteil davon in unterschiedlichsten Teilzeitvarianten. Zusätzlich bietet die ASFINAG Jobs für weitere etwa 60 Saison- und Ferialarbeitskräfte.
Bosruck ist die dritte „Mautstelle der Zukunft“
Den Startschuss für das österreichweite Projekt setzte die ASFINAG bei der Mautstelle Gleinalm im Februar 2023. Im Herbst 2024 wurde dann bei jener beim Bosrucktunnel begonnen. Die provisorische Mautspange vom Gleinalm-Neubau – so werden alle Abfertigungsspuren mit den Mautkabinen bezeichnet – wurde abgebaut und bei der zweiten steirischen Mautstelle wiederverwendet. Auch während der Bauarbeiten war dadurch die Mautabfertigung immer möglich. Die alten Mautkabinen und der unterirdische Gang, der diese Mautkabinen verband, wurden abgerissen, die neuen Kabinen sind jetzt oberirdisch über einen Gang verbunden.
Der Neubau bedeutet eine Investition von etwa 22 Millionen Euro.
Weitere Mautstellen werden bis 2027 modernisiert
Bis Anfang September wird die provisorische Bosruck-Mautspange abgetragen und wandert nach Salzburg, wo sie ein drittes Mal bei der Mautstelle auf der A 10 Tauernautobahn (St. Michael) verwendet werden kann. Jene in St. Jakob in Tirol auf der S 16 Arlberg Schnellstraße ist bereits fertiggestellt, die Arbeiten auf der A 11 Karawankenautobahn (Mautstelle Rosenbach/Karawanken) wurden ebenfalls bereits gestartet.
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