Das U19 Frauen-Nationalteam (2007) feiert den historisch ersten Halbfinaleinzug eines Frauen-Nachwuchsteams bei einer Europameisterschaft. In der bosnischen Hauptstadt Sarajevo gewinnen die Österreicherinnen auch das zweite Gruppenspiel gegen die Schweiz und sichern sich vorzeitig das Ticket für das Semifinale.
Markus Hackl schickt sein Team mit lediglich einer personellen Änderung in die Partie. Ingolstadt-Stürmerin Teresa Frizberg ersetzt die am Knie verletzte Anna Osl, die zur Unterstützung beim Team in Bosnien geblieben ist.
Die Partie im Grbavica Stadion in Sarajevo beginnt ausgeglichen mit einem ersten Schuss aus der Distanz von Maja Keckeis in der 10. Minute, den die Schweizer Schlussfrau im Nachfassen halten kann. Beim darauffolgenden Corner köpfelt Denise Lueger aus kurzer Distanz über das Tor (11). Mit zunehmendem Spielverlauf gewinnt die Hackl-Elf mehr und mehr Sicherheit am Ball und kommt in der 34. Minute zur besten Chance auf die Führung. Valentina Pötzl dribbelt von der Mittellinie alleine auf das Tor zu, scheitert aber im Eins-gegen-Eins an Torfrau Zwyssig. Keine 120 Sekunden später zieht Teresa Frizberg volley mit links ab und zwingt Zwyssig den Ball im letzten Moment über die Querlatte zu lenken (36). Die verdiente Führung gelingt wenig später. Einen schönen Angriff über rechts vollendet Katie Richter im Rückraum platziert zur 1:0-Pausenführung (41.).
 Foto: © ÖFB/Laureen Wilhelm
Nach dem Seitenwechsel drängen die Österreicherinnen auf den frühen, zweiten Treffer und sind auch in den ersten Minuten der zweiten Hälfte das dominierende Team. So dauert es auch nur bis zur 59. Minute, ehe die ÖFB-Elf nachlegen kann. Kapitänin Valentina Illinger trifft mit einem Weitschuss und stellt auf 2:0. Zehn Minuten später kommen die Eidgenossinnen allerdings zum Anschlusstreffer. Nach einem Corner von rechts ist die eingewechselte Rahel Hinder zur Stelle und verkürzt auf 1:2 (70.).
Der Anschlusstreffer verschafft den Schweizerinnen noch einmal eine zweite Luft, doch mit Beginn der Nachspielzeit setzt die eingewechselte Greta Spinn mit dem 3:1 den Schlusspunkt.
Durch den Sieg sichert sich das U19 Frauen-Nationalteam den historisch ersten EM-Halbfinaleinzug der Geschichte. Im letzten Gruppenspiel der EM wartet am kommenden Samstag Europameister Spanien auf die ÖFB-Elf (4. Juli, 17:00 Uhr, Bilino Polje Stadion, Zenica, live auf ORF On).
Die Stimmen zum Halbfinal-Einzug: Teamchef Markus Hackl: „Wir sind alle überglücklich, dass wir es jetzt geschafft haben. Es war unser großes Ziel, wir haben geglaubt, dass alles möglich ist. Wir waren defensiv heute sehr stabil. Jetzt wartet der Favorit Spanien auf uns und wir haben mehr oder weniger ein Bonusspiel. Wir haben heute auch gesagt, dass wir das für Anna schaffen wollen. Ich bin sehr stolz auf das gesamte Team.“
ÖFB Aufsichtsratsvorsitzender Josef Pröll: „Der erstmalige Einzug ins EM-Semifinale ist der nächste historische Erfolg für den ÖFB und den heimischen Frauenfußball. Ich gratuliere Teamchef Markus Hackl, den Spielerinnen und dem gesamten Team zu dieser Leitung, auf die wir gemeinsam sehr stolz sein können.“
Anna Osl: „Die Mädels konnten mir mit dem Sieg auf jeden Fall ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Ich bin bei jedem Tor aufgesprungen, was gerade gar nicht so leicht ist. Wir waren heute in jedem Zweikampf bissiger als die Schweiz und das war am Ende ausschlaggebend, dass wir uns durchgesetzt haben. Wir haben heute viele Extrameter gemacht. Wir wollen einfach Spaß am Kicken haben, dann ist vieles möglich.“
Vivien Grabenhofer: „Das ganze Team hat einfach alles am Platz lassen. Wenn eine gefallen ist, ist die nächste für sie weitergelaufen. Wir haben eine für die andere gekämpft. Ich glaube, das macht schon sehr viel aus, unser Teamspirit. Es ist natürlich Wahnsinn. Wir haben Geschichte geschrieben, das war historisch heute.Wir sind von Anfang an mit den Gedanken reingegangen, dass alles möglich ist. Wir setzen uns keine Grenzen.“
Valentina Pötzl: „Es war ein sehr intensives Spiel, auch wenn heute die Hitze nicht so da war, war es trotzdem extrem schwül. Unsere Zweikämpfe waren heute ausschlaggebend. Weil es für mich die ersten Euro ist, ist es besonders emotional, gleich ins Halbfinale zu kommen, es ist ein unglaubliches Gefühl. Vor allem, weil wir so ein unglaubliches Team sind.“
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